Ein aktualisierter Kompass für die Museumsarbeit: der ICOM Code of Ethics NEU
Der ICOM Code of Ethics gehört zu jenen Grundlagen, die im Museumsalltag nicht immer sichtbar sind – aber vieles mitbestimmen. Seit 25. Juni 2026 liegt nun eine revidierte Fassung des ICOM Code of Ethics for Museums vor. Diese wurde im Rahmen der 41. Ordentlichen Generalversammlung des International Council of Museums mit 85,90 Prozent Zustimmung beschlossen.
Bereits in unserem Februar-Newsletter haben wir im Rückblick auf „ICOM Direkt” auf die laufende Revision und die damit verbundenen Diskussionen hingewiesen. Der Beschluss markiert nun den Abschluss eines mehrjährigen Prozesses unter Leitung des ICOM Ethics Committee, an dem zahlreiche nationale und internationale Komitees, regionale Allianzen und Partnerorganisationen beteiligt waren. Die zuletzt 2004 überarbeiteten Richtlinien wurden dabei aktuellen Erfordernissen angepasst. Aktuell ist der neue Code o Ethics ausschließlich auf Englisch verfügbar; über die deutsche Fassung informieren wir, sobald sie vorliegt. Inhaltlich formuliert der Code Kernprinzipien rund um Gesellschaft, Professionalität, Bildung, Sammlung und Governance. Er greift Themen auf, die Museen heute unmittelbar beschäftigen – von öffentlichem Vertrauen, Teilhabe und fairen Arbeitsbedingungen bis hin zu Digitalisierung, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Provenienzforschung, Restitution und dem Umgang mit kolonialen Kulturgütern. Auch Fragen zu digitalem Erbe, Desinformation, Datensouveränität sowie den Rechten indigener Gemeinschaften werden stärker adressiert.
Der revidierte Code knüpft an die ICOM-Museumsdefinition von 2022 und deren 2023 veröffentlichen deutschen Übersetzung* an und soll künftig durch praktische Anwendungshilfen ergänzt werden. Auch für Museen in Österreich wird er relevant werden, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel.
Zur englischen Fassung:https://icom.museum/wp-content/uploads/2026/06/Code-of-Ethics_2026_EN-1.pdf
von Johanna Böhm, Servicestelle für Museen und regionale Kulturarbeit
* “Ein Museum ist eine nicht gewinnorientierte, dauerhafte Institution im Dienst der Gesellschaft, die materielles und immaterielles Erbe erforscht, sammelt, bewahrt, interpretiert und ausstellt. Öffentlich zugänglich, barrierefrei und inklusiv, fördern Museen Diversität und Nachhaltigkeit. Sie arbeiten und kommunizieren ethisch, professionell und partizipativ mit Communities. Museen ermöglichen vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Bildung, Freude, Reflexion und Wissensaustausch.”
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