09. Dezember 2025: Qualitätsmuseum und Qualität im Museum, ab 14:00 Uhr
Qualitätsmuseen und Qualität im Museum – von der kleinsten Hürde (Museumsregistrierung) zur größten Auszeichnung (Museumsgütesiegel)
Dieses Webinar findet in Kooperation zwischen der Servicestelle für Museen und regionale Kulturarbeit der Abteilung Kultur des Landes Tirol und tiMus statt.
Webinar mit Mag.a Sabine Fauland (Geschäftsführerin Museumsbund Österreich, Graz) sowie dem Juryvorsitzenden des Österreichischen Museumsgütesiegels Mag. Heimo Kaindl (Direktor Diözesanmuseum, Graz) und den Jurymitgliedern Dr. Karl C. Berger (Leiter Tiroler Volkskunstmuseum, Innsbruck) und Mag.a Lisa Noggler-Gürtler (Kuratorin für kulturhistorische Ausstellungsprojekte, Tiroler Landesmuseen, Innsbruck)
Ablauf
Begrüßung und Vorstellung
Teil 1 – Der Österreichische Museumsbund und die Museumsregistrierung
Der Museumsbund Österreich (https://www.museumsbund.at/), 1981 gegründet und heute mit Sitz in Graz, ist die zentrale Plattform für alle Museen und museumsähnliche Institutionen des Landes. Er fördert Austausch, Weiterbildung und Qualitätsentwicklung – vom kleinen Regionalmuseum bis zur großen Landesinstitution.
In Zusammenarbeit mit ICOM Österreich wurde 2014 die Museumsregistrierung eingeführt. Sie definiert grundlegende Standards, die ein Museum erfüllen sollte: eine gesicherte rechtliche Basis, geregelte Öffnungszeiten, ein klarer Sammlungsauftrag, fachgerechte Bewahrung und erste Formen der Vermittlung. Diese Kriterien sind bewusst niederschwellig angelegt, um Museen jeder Größe einzubeziehen.
797 Häuser sind derzeit registriert. Für sie bedeutet die Registrierung Sichtbarkeit, Orientierung und die Möglichkeit, sich im nationalen Museumsnetzwerk zu positionieren. Für das Publikum bietet sie Transparenz: Besucher:innen können darauf vertrauen, dass registrierte Museen ihre Aufgaben nach anerkannten Grundlagen erfüllen. So bildet die Registrierung die Basis für jede weitere Qualitätsentwicklung wie beispielsweise das Österreichische Museumsgütesiegel.
Der Museumsbund Österreich ist außerdem seit 1989 Herausgeber der Museumszeitschrift neues museum.
Teil 2 – Entwicklung des Museumsgütesiegels
Das Österreichische Museumsgütesiegel (https://www.museumsguetesiegel.at/) wurde 2002 vom Museumsbund und ICOM Österreich als höchste Qualitätsauszeichnung für Museen geschaffen. Während die Registrierung Mindeststandards festlegt, würdigt das Gütesiegel Häuser, die darüber hinausgehen und anstreben, Museumsarbeit auf höchstem Niveau zu leisten.
Die Auszeichnung wird für fünf Jahre verliehen – ein bewusst zeitlich befristeter Rahmen, damit Museen ihre Qualität kontinuierlich überprüfen und ausbauen. Dieses dynamische Konzept macht das Gütesiegel mehr als ein Statussymbol: Es ist ein Arbeitsinstrument, das Weiterentwicklungen begleitet.
Derzeit tragen rund 300 Museen in Österreich diese Siegel. Sie spiegeln die Vielfalt der Museumslandschaft wider – von großen Bundes- und Landesmuseen bis zu spezialisierten Sammlungen in kleinen Gemeinden. Allen gemeinsam ist, dass sie die Standards des ICOM-Code of Ethics (http://icom-oesterreich.at/sites/icom-oesterreich.at/files/attachments/ICOM%20Code%20of%20Ethics_DT.pdf) in besonderer Qualität umsetzen. Für Besucher:innen schafft das Museumsgütesiegel Orientierung und Glaubwürdigkeit, für Träger und Fördergeber ist es ein sichtbares Zeichen verlässlicher Arbeit.
Die offizielle Verleihung des Museumsgütesiegels erfolgt immer im Rahmen des jährlichen Österreichischen Museumstags, der heuer in Bozen stattgefunden hat.
10 Minuten Pause
Teil 3 – Kriterien & Bewerbungsprozess zum Museumsgütesiegel
Das Museumsgütesiegel begleitet Museen in allen zentralen Handlungsfeldern; die Kriterien gliedern sich in mehrere Bereiche: Sammlungspflege und Dokumentation, Ausstellungs- und Vermittlungsarbeit, Besucherorientierung, rechtliche und organisa-torische Rahmenbedingungen, Finanzierung und Nachhaltigkeit. Auch Aspekte wie Inklusion, Nachhaltigkeit, Kooperation und regionale Verankerung werden berücksichtigt.
Der Bewerbungsprozess erfolgt in zwei Schritten: Zunächst reichen Museen einen strukturierten Fragebogen mit Nachweisen ein. Danach folgt ein Jurybesuch, bei dem Fachleute das Haus begutachten, Rückmeldungen geben und hinsichtlich des 2021 entworfenen Kriterienkatalogs (https://www.museumsguetesiegel.at/media/kriterien katalog-museumsguetesiegel-2021-verlinkt.pdf ) Empfehlungen formulieren. So wird das Verfahren nicht zur Prüfung, sondern zur Beratung.
Museen profitieren dadurch mehrfach: Sie gewinnen ein anerkanntes Qualitätslabel, verbessern ihre Sichtbarkeit durch die Repräsentation auf der Museumsgütesiegel-Webseite und stärken ihr Profil bei Publikum, in der Politik und vor Fördergebern. Vor allem aber fördert der Prozess eine Kultur der ständigen Reflexion und Weiterent-wicklung – und macht Qualität in österreichischen Museen sichtbar und messbar.
Als Abschluss findet eine Fragerunde statt.
Treffpunkt: digital auf BigBlueButton (den Link erhalten Sie per Mail), ab 13.45 Uhr
Anmeldung zum Webinar:
