Das jüngste Werkstattgespräch versuchte den Blick der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Archiven und Museen Tirols auf Notfallmanagement und Krisenschutz zu lenken. Was, wenn das passiert, was (hoffentlich) niemals passieren sollte? Nicht zufällig wurde als Veranstaltungsort das Museum im Zeughaus gewählt, das 1985 von einem schweren Hochwasser getroffen wurde, wie Zeughaus-Leiterin Claudia Sporer-Heis eindrucksvoll vermittelte. Nach einer Mittagspause mit Brötchen und Getränken (Danke an das Zeughaus!) wurde weiter intensiv daran gearbeitet, die Situation und eventuelle Präventionsmaßnahmen in der jeweils eigenen Institution zu analysieren. Klimawandel und weltpolitische Krisen lassen die allgemeine Gefährdungslage für Museen keinesfalls sinken. Elke Keller von ICOM Österreich legte den Teilnehmenden mit dem neu erschienenen Ratgeber „Notfallmanagement in Museen und Kulturerbeinstitutionen“ einen Leitfaden in die Hand, wie ein Notfallplan erstellt werden kann und welche Gegebenheiten unbedingt berücksichtigt werden sollen. Oberstleutnant Johannes Lindig, Kulturgüterschutzoffzier des Bundesheers, erläuterte die historische Entwicklung und militärische Perspektive auf Kulturgüterschutz. Die Erkenntnis aus seinem Vortrag war jedenfalls, dass es zukünftig mehr Vernetzung und Austausch braucht, um auch regionale Museen mit ihrem wertvollen Kulturgut mitzudenken. Zum Abschluss lud Judith Emprechtinger zu einem Table Top Exercise. Das Szenario, Wassereintrag im Depot durch Starkregen, wurde in Kleingruppen diskutiert und mögliche Szenarien in der eigenen Einrichtung durchgespielt. Mit dem Fazit, dass Prävention die wichtigste Maßnahme ist, aber hier meist noch einiger Handlungsbedarf besteht.
von Sabine Schuchter, Museumsleiterin Museum im Ballhaus Imst
Foto: tiMus / Heim
